BKV-Preis 2022 für Junges Kunsthandwerk

BKV-Preis 2022 für Junges Kunsthandwerk  BKV-Prize 2022 for Young Applied Arts Ausstellung vom 8. April bis 7. Mai 2022  Preisverleihung: Freitag, 8. April um 17 Uhr   Der 2006 erstmals ausgelobte BKV-Preis für Junges Kunsthandwerk findet in diesem Jahr zum sechzehnten Mal statt. Aus insgesamt 88 Einreichungen, die in diesem Jahr aus 13 Ländern eingingen, ermittelte die Jury drei Preisträger und zwei Belobigungen;  Den ersten Preis erhält: Sujin Kim, Korea, Busan Den zweiten Preis erhält: Lena Kaapke, Deutschland, KielDen dritten Preis erhält: Maria Mayer, Deutschland, Dießen am Ammersee Eine Belobigung erhält: Ayaka Terajima, Deutschland, Ottobrunn bei MünchenEine Belobigung erhält: Dominik Unterrainer, Deutschland, Trier  Auch in diesem Jahr hat die LfA Förderbank Bayern die Preisgelder gestiftet. Für dieses Mäzenatentum bedankt sich der Bayerische Kunstgewerbeverein.   Die Arbeiten der drei Preisträger, der beiden Belobigung und der 18 Finalisten werden vom 8. April bis 7. Mai 2022 in der Galerie des Bayerischen Kunstgewerbevereins ausgestellt.   Für die verantwortungsvolle Tätigkeit und ihr Engagement danken wir der diesjährigen Jury:   Elena Alvarez Lutz, Regisseurin und BR-Kulturjournalistin Dr. Sven Hauschke, Direktor der Kunstsammlungen der Veste Coburg Johannes Hofbauer, Bildhauer Prof. Melanie Isverding, HAWK – Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst,  Hildesheim, Professorin für Metallgestaltung | Schmuck + körperbezogene Objekte Hannah Rembeck, Goldschmiedin und Galeristin, Regensburg Prof. Barbara Schmidt, Keramikerin und Professorin für Entwurf mit Schwerpunkt Design und Experiment in Weißensee, Kunsthochschule Berlin  Einladungskarte Plakat 1. PReis Sujin Kim (Korea, Busan)   Begründung der Jury: Es sind Kästchen, die aussehen wie tragbare Kinos, viereckig, tief. Resonanzräume eingefasst in Holz, in die man gerne fallen würde oder auch eintauchen mit dem Blick und dabei durch ein Guckloch das dahinter Versteckte entdecken. Mit Sticktechniken aus ihrer Heimat Korea bringt Sujin Kim Farben zum Leuchten: flauschig, lebendig wachsen Seidenfäden wie organisches Material aus dem Raum dem Licht entgegen: Feuer, Asche, Kohle, oder Variationen von Gelb, Himmelgletscherblau. Miniaturskulpturen, mit denen man sich sofort ins Private zurückziehen möchte. Sie schreibt, die Auseinandersetzung mit dem Gefühl von Einsamkeit hat sie zu diesen Formen gebracht. Was für ein Glück.  Der BKV-Preis 2022 ist dotiert mit € 3.000,- und einem Katalog der Preisträger (dt./engl.), der in der Schriftenreihe des Bayerischen Kunstgewerbevereins erscheint. Außerdem beinhaltet der Preis eine für drei Jahre kostenlose Mitgliedschaft im Bayerischen Kunstgewerbeverein.    Sujin Kim, geb. 1993 in Busan / Korea2012-2017 Studium der Fachrichtung Gerät und Design an der Hongik University Seoul, Korea, abgeschlossen mit B.F.A. 2018-2021 Studium an der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, Hildesheim, abgeschlossen mit M.A.    2. Preis  Lena Kaapke, Deutschland, Kiel  Begründung der Jury: Welches Material für die Herstellung eines Objekts verwendet wird, ist heute in der Regel eine rein gestalterische Entscheidung. Lena Kaapke erinnert uns daran, dass Materialien mit Orten zu tun haben und dass sie bei ihrer Verarbeitung auf Umgebungsfaktoren reagieren. Ob Kupferoxid in keramischer Glasur rot oder grün ist, hängt von der Zusammensetzung der Glasur, vor allem aber von Brennvorgang und Ofenatmosphäre ab. Lena Kaapkes am selben Tag im chinesischen Jingdezhen, dem Ursprungsort des Porzellans, in verschiedenen Öfen gebrannte handgedrehte Porzellanschalen sind alle gleich und doch verschieden. Die Reaktion des Materials auf den Ort hat als gestaltender Faktor mitgewirkt.  Diese Auszeichnung ist dotiert mit € 2.000,- und einem Katalog der Preisträger (dt./engl.), der in der Schriftenreihe des Bayerischen Kunstgewerbevereins erscheint. Außerdem beinhaltet der Preis eine für drei Jahre kostenlose Mitgliedschaft im Bayerischen Kunstgewerbeverein.  Lena Kaapke, geb. 1989 in Flensburg2012 Studium der Fachrichtung Latein und Kunst (Lehramt) 2015 Studium der Fachrichtung Freie Kunst und Keramik an der Muthesius Kunsthochschule, Kiel, bei Prof. Kerstin Abraham, abgeschlossen mit M.F.A. 2015-2017 Muthesius-Projektstudentin (Postgraduale Förderung)     3. Preis Maria Mayer, Deutschland, Dießen am Ammersee   Begründung der Jury: Der Blick auf die farbig nuancierten feinen Stoffschichten eröffnet Assoziationen zu Bildern, die sich wechselwirkend zeugnishaft und lyrisch abbilden. »Farben der Stadt«, eine von Kenntnissen geprägte prozessuale Arbeit der Textildesignerin Maria Mayer, bebildert auf dokumentarische Art, welche Ressourcen sich in einer Stadt, hier Halle an der Saale, befinden. Das Wissen eines tradierten Färbehandwerks ist die Basis dieser Forschung und wird in den Übersetzungen zu einem Werk, welches eindrücklich, wie sinnlich von einer Pflanzenwelt erzählt, Farben sichtbar und im Textilen spürbar werden lässt. Eine Hommage an die Farben, die wie magisch aus dem Verborgenen der Natur eine neue Stofflichkeit erhalten und in der Rezeption für den Menschen eine wertschöpfende Quelle beinhalten, welche in erweiterter Verwendung Ausdrucksmedium oder beispielsweise Kleidung werden dürfen.   Diese Auszeichnung ist dotiert mit € 1.000,- und einem Katalog der Preisträger (dt./engl.), der in der Schriftenreihe des Bayerischen Kunstgewerbevereins erscheint. Außerdem beinhaltet der Preis eine für drei Jahre kostenlose Mitgliedschaft im Bayerischen Kunstgewerbeverein.   Maria Mayer, geb. 1991 in München 2010-2013 Ausbildung zur Herrenmaßschneiderin, Bayerisches Staatsschauspiel München 2013-2019 Studium der Fachrichtung Textildesign an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, bei Prof. Bettina Göttke-Krogmann, abgeschlossen mit B.F.A.  2017-2018 Gaststudentin, Fachklasse Modedesign und Fachklasse Bild Raum Objekt Glas, Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle Seit 2019 freischaffend tätig    Belobigung Ayaka Terajima, Deutschland, Ottobrunn bei München Begründung der Jury: Die Gefäße von Ayaka Terajima erinnern im ersten Moment an Stücke aus vergangenen Zeiten. Bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass sie als gestalterisches Werkzeug alltägliche Verpackungen aus dem Supermarkt wie Joghurtbecher, Pralinenschachteln und Plastikdeckel verwendet. Durch die Aneinanderreihung dieser Wegwerfartikel bringt sie ihre eigene Formensprache zum Ausdruck und zeigt die Spuren unserer heutigen Gesellschaft. Die Art der Anordnung erinnert an Schmuckkunst von indigenen Völkern. Die Tongefäße von Ayaka Terajima sind nicht glasiert, sie wirken rau und zwingen schon fast dazu, über den eigenen Konsum nachzudenken.   Diese Auszeichnung ist dotiert mit einem Katalog der Preisträger (dt./engl.), der in der Schriftenreihe des Bayerischen Kunstgewerbevereins erscheint.   Ayaka Terajima, geb. 1987 in Aichi / Japan  2012 Studium der Fachrichtung Keramik, Department of Crafts, Tokyo University of the Arts, Japan, abgeschlossen mit B.F.A. 2014 Studium der Fachrichtung Keramik, Department of Crafts, Tokyo University of the Arts, Japan, abgeschlossen mit M.F.A. 2012-2016 Designassistent bei Noritaka Tatehana 2016-2017 Studium der Fachrichtung Keramik und Glas an der AdBK Akademie der Bildenden Künste München, bei Prof. Markus Karstieß  Seit 2017 Studium der Bildhauerei (Keramik und Glas) an der AdBK Akademie der Bildenden Künste München, bei Prof. Nicole Wermers      Belobigung Dominik Unterrainer, Deutschland, Trier Begründung der Jury: Ein Möbel mit besonderer Ästhetik bei technischen Lösungen.  Der Meister im Metallbauhandwerk Dominik Unterrainer hat mit »Akabati« ein formal sachliches, funktionales und materialgerechtes Regalsystem geschaffen, das aufgrund seiner Modulbauweise beliebig erweiterbar ist. Findig und vor allem ästhetisch überzeugend ist die Konstruktion der Verbinder und geschliffenen Verschlusskeile, die in Kombination mit den Einlegebrettern aus Eichenholz eine hohe Stabilität garantieren. Das Regal kann ohne Werkzeug aufgestellt werden. Diese Auszeichnung ist dotiert mit einem Katalog der Preisträger (dt./engl.), der in der Schriftenreihe des Bayerischen Kunstgewerbevereins erscheint.   Dominik Unterrainer, geb. 1992 in Trier2012-2016 Ausbildung zum Metallbauer Fachrichtung Metallgestaltung in der Schmiedewerkstätte Markus Balbach, Weilmünster 2016-2017 Sozialer Friedensdienst in einem Berufsschulzentrum in Ruanda, SoFia Trier e.V. 2017-2020 Studium Two in One - Handwerksdesign und Unternehmensführung an der Akademie Gut Rosenberg, Aachen, abgeschlossen als Handwerksdesigner 2020 Abschluss als Meisterdesigner an der Akademie Gut Rosenberg, Aachen // Meister im Metallbauhandwerk, Handwerkskammer Aachen 2020 Weiterbildung zum Schweißfachmann (DVS) / Further training as welding specialist (DVS) Seit 2021 Planung und Entwurf bei metallic DESIGN SARL     Finalisten 2022  Die Objekte der folgenden 18 Bewerber sind in die Endauswahl gelangt: Valena Ammon, geb. 1989 in Luzern / Schweiz, lebt in Halle (Saale), KeramikMartha Sophie Burkhardt, geb. 1997 in Kassel, lebt in Halle (Saale), BuchkunstJose Martin Carreño Mendoza, geb. 1989 in San Vicente de Chucuri / Kolumbien,  lebt in Ludwigsburg, SchmuckTatjana Giorgadse, geb. 1987 in Kuaissi / Georgien, lebt in Idar-Oberstein, SchmuckXinia Guan, geb. 1990 in Hohhot / Innere Mongolei, China, lebt in Evanston, USA, SchmuckSusie Heuberger, geb. 1994 in Mexiko-Stadt / Mexico, lebt in Idar-Oberstein, SchmuckArisa Inoue, geb. 1988 in Hyogo / Japan, lebt in München, SchmuckNikita Kavryzhkin, geb. 1990 in St. Petersburg / Russland, lebt in Idar-Oberstein, SchmuckLaurin Kilbert, geb. 1989 in Waldbrunn, lebt in Hildesheim, KeramikZuzana Kubelková, geb. 1987 in Strakonitz / Tschechien, lebt in Strakonitz, GlasYurika Kuwabara, geb.1995 in Chiba / Japan, lebt in Chiba, SchmuckJaejun Lee, geb. 1987 in Seoul / Korea, lebt in Cardiff / Großbritannien, KeramikPaula Repp Alvarez, geb. 1999 in München, lebt in München, GerätTereza Sluková, geb. 1987 in Vimperk / Tschechien, lebt in Prag /Tschechien, KeramikOles Tsura, geb. 1993 in Iwano-Frankiwsk / Ukraine, lebt in Idar-Oberstein, SchmuckZhipeng Wang, geb. 1996 Anhui / China, lebt in München, SchmuckJingwen Yuan, geb. 1995 in Shandong / China, lebt in London / Großbritannien, SchmuckYi Cao, geb. 1991, in Jiangsu / China, lebt in München, Schmuck  Auch in diesem Jahr hat die LfA Förderbank Bayern die Preisgelder gestiftet. Für dieses Mäzenatentum bedankt sich der Bayerische Kunstgewerbeverein.      -