BKV-Preis 2021 für Junges Kunsthandwerk - interne Preisverleihung

BKV-Preis 2021 für Junges Kunsthandwerk  BKV-Prize 2021 for Young Applied Arts Ausstellung vom 23. April bis 15. Mai 2021    Aufgrund der Corona-Pandemie kann die Preisverleihung am 23. April 2021 nur als interne Veranstaltung stattfinden. Film von Karina HagemannArtikel im Münchner Merkur vom 17.04.2021  Der 2006 erstmals ausgelobte BKV-Preis für Junges Kunsthandwerk findet in diesem Jahr zum fünfzehnten Mal statt. Aus insgesamt 102 Einreichungen, die in diesem Jahr aus 25 Ländern eingingen, ermittelte die Jury drei Preisträger und zwei   Den ersten Preis erhält: Jonas Noël Niedermann,  Dänemark, NæstvedDen zweiten Preis erhält: Danni Chen, Deutschland, MünchenDen dritten Preis erhält: Vanessa Zöller, Deutschland, Idar-Oberstein Eine Belobigung erhält: Eunji Han, Korea, Yangchon-eupEine Belobigung erhält: Charlotte Vanhoubroeck  Belgien, Gent  Auch in diesem Jahr hat die LfA Förderbank Bayern die Preisgelder gestiftet. Für dieses Mäzenatentum bedankt sich der Bayerische Kunstgewerbeverein.   Die Arbeiten der drei Preisträger, der beiden Belobigung und der 11 Finalisten werden vom 23. April bis 15. Mai 2021 in der Galerie des Bayerischen Kunstgewerbevereins ausgestellt.   Für die verantwortungsvolle Tätigkeit und ihr Engagement danken wir der diesjährigen Jury:                           - David Bielander, Schmuckmacher und BKV-Mitglied                         - Françoise Heitsch, Galeristin                         - Elsa Nietmann, Bildhauerin                         - Prof. Barbara Schmidt, Keramikerin und Professorin für Entwurf mit Schwerpunkt                           Design und Experiment in Weißensee, Kunsthochschule Berlin                         - Antonia Voit, Sammlungsleiterin Angewandte Kunst, Münchner Stadtmuseum   Einladungskarte Plakat 1. PReis Jonas Noël Niedermann, Dänemark, Næstved   Begründung der Jury: Jonas Noël Niedermann ist es gelungen, mit “Modular Shapes“ das Glas zu zähmen, so dass ein Maxi-mum an Ästhetik erreicht werden konnte. Wie eine Abstraktion des menschlichen Körpers behaupten sich die feinen Glasobjekte. Die sanfte Farbigkeit der Gefäße fügt ihnen eine ganz besondere Eleganz hinzu. Da ist Spiritualität gepaart mit Sinnlichkeit, trotz der Härte des Materials, die subtil relativiert wird. Die Objekte strahlen eine ihnen eigene Anziehungskraft aus, sie sind zugleich gegenständlich und abstrakt. Daraus entsteht eine sehr zarte und subtile Präsenz. “Modular Shapes“ gelingt etwas ganz Besonderes, etwas, was Glas sehr selten erreichen kann, das Bedürfnis sie berühren zu wollen.   Der BKV-Preis 2021 ist dotiert mit € 3.000,- und einem Katalog der Preisträger (dt./engl.), der in der Schriftenreihe des Bayerischen Kunstgewerbevereins erscheint. Außerdem beinhaltet der Preis eine für drei Jahre kostenlose Mitgliedschaft im Bayerischen Kunstgewerbeverein.   Jonas Noël Niedermann, geb. 1990 in St. Gallen / Schweiz 2007-2010 Ausbildung zum staatl. gepr. Glasmacher an der Glasfachschule Zwiesel 2013-2015 Glasmacherassistent, Glaswerkstätte Cornelius Rèer, Nürnberg 2014 Gründung von Hochform - Studio für Glas und Produktdesign, Nürnberg 2015-2018 Arbeitserfahrungen (Walz) in unterschiedlichen Ateliers 2016 Tätigkeit an der Glasfachschule Zwiesel 2019-2020 Artist in Residence, Royal Danish Academy KADK, Nexø, Bornholm, Dänemark Seit 2020 Glasmacher, Holmegaard Værk Museum, Holmegaard, Dänemark   2. Preis  Danni Chen, Deutschland, München  Begründung der Jury: Danni Chen beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit Gefühlen. Die bewegt, unruhig und stellenweise brüchig wirkenden Broschen entstehen in der traditionellen Technik des Wachsausschmelzverfahrens und unter Verwendung des vergleichsweise jungen Materials Aluminium. Sie können wie Geschlechtsorgane anmuten, an biomorphe Strukturen erinnern oder an Formen lange vergangener Zeiten. Damit schafft Danni Chen ein vielfältiges Assoziations- und Bezugsnetz.  Diese Auszeichnung ist dotiert mit € 2.000,- und einem Katalog der Preisträger (dt./engl.), der in der Schriftenreihe des Bayerischen Kunstgewerbevereins erscheint. Außerdem beinhaltet der Preis eine für drei Jahre kostenlose Mitgliedschaft im Bayerischen Kunstgewerbeverein.   Danni Chen, geb. 1987 in Jinan / China 2008-2015 Studium der Fachrichtung Schmuck an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, abgeschlossen mit Diplom 2013 Austauschstudium, Jewelry Department, Stellenbosch University, Südafrika 2015-2020 Studium an der Akademie der Bildenden Künste München, Klasse für Schmuck und Gerät, abgeschlossen mit Diplom    3. Preis Vanessa Zöller, Deutschland, Idar-Oberstein   Begründung der Jury: Eine Wollmütze im Puppenformat? Eher eine locker sitzende Haube. Eine, wie sie unsere Großmütter früher trugen, um die Frisur nicht zu zerdrücken. Obenauf allerdings eine kreisrunde Öffnung, aus welcher Haare einzeln herausstehen. Fast stachelig wirken diese. Als wollten sie das Innere dieser nestähnlichen Form schützen und nur ungern den Blick darauf freigeben. Auf sehr originelle Weise verarbeitet Vanessa Zöller die Perlen ihrer Großmutter zu einer Brosche. Sie verknüpft und umhäkelt diese mit einem selbstgesponnenen Faden aus Wolle und menschlichem Haar. Erbstück nennt sie dieses Schmuckstück, das beim Betrachten eine Vielzahl an ambivalenten Gefühlen auslöst. Das Werk berührt, macht neugierig, verspricht Geschichten. Gleichzeitig bleibt es zurückhaltend, persönlich und privat, ein Erbstück eben.     Diese Auszeichnung ist dotiert mit € 1.000,- und einem Katalog der Preisträger (dt./engl.), der in der Schriftenreihe des Bayerischen Kunstgewerbevereins erscheint. Außerdem beinhaltet der Preis eine für drei Jahre kostenlose Mitgliedschaft im Bayerischen Kunstgewerbeverein.   Vanessa Zöller, geb. 1992 in Wertheim am Main 2011-2014 Ausbildung am Beruflichen Schulzentrum Odenwaldkreis BSO in Michelstadt, Berufsfachschule mit Abschluss als Elfenbeinschnitzerin 2014-2017 Studium der Fachrichtung Edelstein und Schmuck, Hochschule Trier, Fachbereich Gestaltung, Campus Idar-Oberstein, abgeschl. mit B.F.A. 2017-2020 Studium der Fachrichtung Edelstein und Schmuck, Hochschule Trier, Fachbereich Gestaltung, Campus Idar-Oberstein, abgeschl. mit M.F.A.    Belobigung Eunji Han, Korea, Yangchon-eup Begründung der Jury: Auf den ersten Blick könnte es Porzellan sein. Die Formen sind organisch, an Lebewesen erinnernd, das Material ist leicht – Hanji, koreanisches Papier, überwuchert von Stickerei, die fein gezeichnet wirkt. Mit rhythmischen Stichen breiten sich farbige Linien, Inseln, Punktewolken über die Papierkörper, wachsen durch ihre Wände hindurch und aus ihnen heraus. Eine heitere, geheimnisvolle Welt muss es sein, aus der diese Wesen kommen – man möchte mehr wissen über sie. Vielleicht dort leben?    Diese Auszeichnung ist dotiert mit einem Katalog der Preisträger (dt./engl.), der in der Schriftenreihe des Bayerischen Kunstgewerbevereins erscheint.   Eunji Han, geb. 1990 in Gimpo / Korea 2016 Studium der Fachrichtung Schmuck und Gerät an der Graduate School of Kookmin University, Seoul, Korea, abgeschlossen mit B.F.A. 2017 Austauschstudentin an der Hochschule Pforzheim 2019 Studium der Fachrichtung Schmuck und Gerät an der Kookmin University, Seoul, Korea, abgeschlossen mit M.F.A.    BelobigungCharlotte Vanhoubroeck  Belgien, Gent Begründung der Jury:  Es ist eine faszinierende Idee, sich die beinahe vollständig verschollene Schmucksammlung der 1850 verstorbenen Louise-Marie d’Orléans ausschließlich auf Grundlage von Beschreibungen in einem Inventar vorzustellen und neu zu bauen. Charlotte Vanhoubroeck macht das, interpretiert die Schilderungen frei assoziierend und macht beispielhafte Vorschläge, wie sich so eine Sammlung von »sentimental jewellery« im 21. Jahrhundert manifestieren könnte, auf welche Erinnerungen und Gefühle sich die einzelnen Schmuckstücke heute vielleicht beziehen könnten. In ihrer Formensprache, Material-wahl, handwerklichen Ausführung und Maßstab bleiben die Arbeiten traditionell, historisierend. Die zeitgenössischen Schmuckstücke erscheinen auf den ersten Blick – möglicherweise absichtlich – formal konventionell und bleiben so verbunden mit der Epoche der ersten belgischen Königin. Diese Auszeichnung ist dotiert mit einem Katalog der Preisträger (dt./engl.), der in der Schriftenreihe des Bayerischen Kunstgewerbevereins erscheint.   Charlotte Vanhoubroeck, geb. 1991 in Den Haag / Niederlande 2009-2013 Studium der Kunstgeschichte, Sint-Pietersinstituut Ghent, Belgien, abgeschl. mit M.F.A. 2013-2016 Studium der Bildenden Kunst an der Luca School of Arts, Ghent, Belgien, abgeschlossen mit B.F.A. 2013-2018 Studium der Fachrichtung Schmuck, Gold- und Silberschmieden an der d’Academie Beeld, Sint-Niklaas, Belgien 2018-2019 Postgraduiertenprogramm am Bishopsland Educational Trust in Reading, Großbritannien 2019-2020 Studium der Fachrichtung Objekt und Schmuck an der PXL-MAD School of Arts, Hasselt, Belgien abgeschlossen mit M.F.A.       Finalisten 2021   Die Objekte der folgenden 11 Bewerber sind in die Endauswahl gelangt: Dovilė Bernadišiūtė, geb. 1990 in Vilnius / Litauen, lebt in Stockholm / Schweden, SchmuckRuhong Chen, geb. 1995 in Fujian / China, lebt in Shanghai / China, SchmuckDennis Demand, geb. 1988 in Dormagen, lebt in Altdorf-Pfettrach, KeramikJuanes Sanchis Empar,  geb. 1990 in València / Spanien, lebt in Aachen, SchmuckMaria Kiialainen, geb. 1989 in Helsinki / Finnland, lebt in Berlin, SchmuckTriin Kukk, geb. 1990 in Tartu / Estland, lebt in Tallinn / Estland, SchmuckViktória Maróti, geb. 1990 in Szeged / Ungarn, lebt in Szeged / Ungarn, KeramikFelicia Mülbaier, geb. 1988 in Speyer, lebt in Mannheim, SchmuckLotte Schlör, geb. 1993 in München, lebt in München, KeramikKazuhiro Toyama, geb. 1994 in Tokio / Japan, lebt in Tokio / Japan, GerätLifu Zhou, geb. 1994 in Xianyang / China, lebt in Pforzheim, Schmuck     -