BKV-Preis 2020

BKV-Preis 2020 für Junges Kunsthandwerk   BKV-Prize 2020 for Young Applied Arts  Ausstellung vom 1. bis 23. Mai 2020  Beitrag von Jürgen Moises in der Süddeutschen Zeitung Aufgrund der Corona-Pandemie kann die Preisverleihung am 30. April 2020 nicht stattfinden.  Der 2006 erstmals ausgelobte BKV-Preis für Junges Kunsthandwerk findet in diesem Jahr zum vierzehnten Mal statt. Aus insgesamt 102 Einreichungen, die in diesem Jahr aus 24 Ländern eingingen, ermittelte die Jury drei Preisträger und zwei   Den ersten Preis erhält: Seungeun Kim-Lilja, Deutschland, Berlin Den zweiten Preis erhält: Felicitas Fäßler, Deutschland, Halle (Saale)Den dritten Preis erhält: Miki Asai, Japan, NagoyaEine Belobigung erhält: Yu-Hang Chiang, Taiwan, Neu Taipeh                 Eine Belobigung erhält: Dagmar Christina Gerke, Deutschland, Hildesheim  Auch in diesem Jahr hat die LfA Förderbank Bayern die Preisgelder gestiftet. Für dieses Mäzenatentum bedankt sich der Bayerische Kunstgewerbeverein.   Die Arbeiten der drei Preisträger, der beiden Belobigung und der 13 Finalisten werden vom 1. bis 23. März 2020 in der Galerie für Angewandte Kunst des Bayerischen Kunstgewerbevereins ausgestellt.   Für die verantwortungsvolle Tätigkeit und ihr Engagement danken wir der diesjährigen Jury:                           - Elena Alvarez Lutz, Regisseurin und BR-Kulturjournalistin (Capriccio)                         - Aloisia Fischer, freischaffende Künstlerin                         - Françoise Heitsch, Galeristin                         - Dr. Katharina Küster-Heise, Kuratorin am Landesmuseum Württemberg, Stuttgart                         - Birte Raff, Dipl-Ing. (FH), Architektin                         - Juliane Schölß, Silberschmiedin und BKV-Mitglied    Einladungskarte Plakat 1. PReis Seungeun Kim-Lilja, Deutschland, Berlin   Begründung der Jury: Was machen Seegurken plötzlich an Land? Leicht und filigran sind ihre Hüllen, ein feines Gewebe, eingefasst durch Silber oder Metall. Seungeun Kim-Lilja setzt organische Zerbrechlichkeit mit präziser Goldschmiedekunst in Szene: archaische Wölbungen mit feinen Spitzen erinnern an Urlebewesen oder versteinerte Wüstenzelte. Diese sind aus fixierter Baumwollgaze. Mit Wasserfarben zart koloriert offenbaren sie ihre Struktur. Sie selbst schreibt, das Olympiastadion in München von Frei Otto habe sie inspiriert. Transparenz, Einfachheit und Humor, eine raffinierte Komposition.  Der BKV-Preis 2020 ist dotiert mit € 3.000,- und einem Katalog der Preisträger (dt./engl.), der in der Schriftenreihe des Bayerischen Kunstgewerbevereins erscheint. Außerdem beinhaltet der Preis eine für drei Jahre kostenlose Mitgliedschaft im Bayerischen Kunstgewerbeverein.   Seungeun Kim-Lilja, geb. 1990 in Seoul/Korea 2009-2015 Studium der Fachrichtung Metal Craft and Design, Seoul National University, Korea,abgeschlossen mit B.F.A. 2012 Austauschsemester an der University of Oslo, Norwegen 2013-2014 Gaststudent, Schmuck und Objekte der Alltagskultur, Hochschule Pforzheim, Fakultät für Gestaltung 2015 Assistant Designer, Jewelry Design Studio of Prof. Bogki Min, Seoul, Korea 2015-2016 Studium der Fachrichtung Accessory Design, Politecnico di Milano, Italien, abgeschlossen mit M.A. 2016-2017 Praktikum, Piaggio, Lifestyle Design Department, Mailand, Italien 2017 Praktikum, May Moma SRL, Jewelry Design, Mailand, Italien Seit 2017 Contemporary Art Jewelry Designer, Berlin     2. Preis Felicitas Fäßler, Deutschland, Halle (Saale)   Begründung der Jury: Weiße und rote Gummiringe aufgespannt an einer Wand. Im ersten Moment denkt man an Porzellan aber nein, es ist Glas. Gespanntes, gedehntes Glas an der Wand, eine Installation. Macht neugierig und wirft Fragen auf: Thematisiert sie die nicht mehr gebrauchten Dichtungsringe von Einweckgläsern, also unser Konsumverhalten fern jeder Nachhaltigkeit? Nicht mehr gebrauchte mechanische Übersetzungsriemen? Eine Zukunft, in der das Handwerk als Kunst an der Wand hängt? Man weiß es nicht. Felicitas Fäßler erwischt den Moment zwischen Stabilität und Zerbrechen, irgendwo zwischen 700 und 800° Celsius, in dem sich Glas formen und deformieren lässt, ohne zu brechen. Spannend.  Diese Auszeichnung ist dotiert mit € 2.000,- und einem Katalog der Preisträger (dt./engl.), der in der Schriftenreihe des Bayerischen Kunstgewerbevereins erscheint. Außerdem beinhaltet der Preis eine für drei Jahre kostenlose Mitgliedschaft im Bayerischen Kunstgewerbeverein.   Felicitas Fäßler, geb. 1989 in Mindelheim 2008-2012 Studium der Fachrichtung Kommunikationsdesign, Hochschule Augsburg, abgeschlossen mit B.A. 2010-2011 Studium der Typografie und Fotografie an der Universidad de Palermo, Buenos Aires, Argentinien 2013-2019 Studium der Fachrichtung Malerei / Grafik, Klasse Bild Raum Objekt Glas an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, abgeschlossen mit Diplom     3. Preis Miki Asai, Japan, Nagoya     Begründung der Jury:  Das Besondere an den kleinen Flaschen von Miki Asai entdeckt man erst, wenn man sie in die Hand nimmt und feststellen muss, dass sie aus winzigen Mosaiken bestehen. Die Oberfläche dieser kleinen Flaschen setzt sich aus japanischem Lack, gefärbten Papierteilchen, Perlmutt und Gold zusammen. Das Kostbare wird ausschließlich durch eine sehr intensive und präzise Arbeit erzielt. Es ist, wie wenn wir ein kleines Stück leuchtenden Sternenhimmels in der Hand hielten. Der Goldanteil dieses Schmuckes ist sehr gering, doch leuchtet und begeistert er uns umso mehr. Da das Können der Künstlerin uns tief beeindruckt, möchten wir Miki Asai mit dem 3. Preis hervorheben.   Diese Auszeichnung ist dotiert mit € 1.000,- und einem Katalog der Preisträger (dt./engl.), der in der Schriftenreihe des Bayerischen Kunstgewerbevereins erscheint. Außerdem beinhaltet der Preis eine für drei Jahre kostenlose Mitgliedschaft im Bayerischen Kunstgewerbeverein.   Miki Asai, geb. 1988 in Nagoya/Japan 2007-2011 Studium der Fachrichtung Industrial, Interior und Craft Design an der MAU Musashino Art University, Kodaira, Japan, abgeschlossen mit B.A. 2013 Studium der Fachrichtung Art and Design an der UAL University of Arts London, Central Saint Martins, Großbritannien, abgeschlossen mit einem Foundation Diplom 2017 Studium der Fachrichtung Schmuck und Gerät an der Glasgow School of Art, Großbritannien, abgeschlossen mit BA (Hons) Seit 2017 Contemporary Jeweller   Belobigung Yu-Hang Chiang, Taiwan, Neu Taipeh Begründung der Jury:  Was wollen diese flaschenartigen Gefäße ohne Boden mit den Falten und der rotbraunen Farbe sein? Sind es Gefäßhüllen oder Objekte? Die sieben in handwerklicher Perfektion des Metalltreibens gearbeiteten Gefäßobjekte aus Kupfer von Yu-Hang Chiang bewegen sich formal im Bereich zwischen Skulpturen, die menschliche Körperteile assoziieren, und zwischen Gefäßen, die sehr dem Gebrauch anmuten. Beides jedoch ist nur Imagination. Genau diese Verbindung verleiht den Gefäßobjekten in ihren Variationen eine starke Präsenz und baut ein Spannungsfeld auf, welches sie als Gruppe scheinbar belebt wirken lässt.   Diese Auszeichnung ist dotiert mit einem Katalog der Preisträger (dt./engl.), der in der Schriftenreihe des Bayerischen Kunstgewerbevereins erscheint.   Yu-Hang Chiang, geb. 1990 in Neu Taipeh/Taiwan 2009-2013 Studium am Department of Material Arts and Design, Tainan, National University of the Arts, Taiwan, abgeschlossen mit B.F.A. 2015 Studium am Department of Art and Design, Missouri State University, Springfield, USA 2013-2017 Studium der Fachrichtung Schmuck und Gerät, Graduate Institute of Applied Arts, Tainan National University of the Arts, Taiwan, abgeschlossen mit M.F.A.   BelobigungDagmar Christina Gerke, Deutschland, Hildesheim Begründung der Jury:  Objekte, die den Körper und seine Bewegungen mitdenken, aus massivem Glas. Dagmar Christina Gerke spielt mit der Unmöglichkeit des Angewandten: Ist es denkbar, mit einem Glasobjekt auf der Hüfte herumzulaufen, die Hand am eingebetteten Griff? Auf alle Fälle: Die Objekte sind sinnlich und haptisch – ein Gegensatz, wenn man Gewicht und Material bedenkt. Die Form: Erinnerung an Organe, medizinische Schalen, an die 60er Jahre, an Raumstationen in Science Fiction Filmen: Glasobjekte, so retrofuturistisch wie überraschend.   Diese Auszeichnung ist dotiert mit einem Katalog der Preisträger (dt./engl.), der in der Schriftenreihe des Bayerischen Kunstgewerbevereins erscheint.   Dagmar Christina Gerke, geb. 1991 in Oldenburg 2011 Studium der Archäologie und Kulturwissenschaften an der Humboldt Universität, Berlin 2012- 2015 Ausbildung zur staatl. geprüften Designerin für Schmuck und Gerät an der Goldschmiedeschule mit Uhrmacherschule Pforzheim 2015-2019 Studium der Fachrichtung Metallgestaltung an der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, Hildesheim, abgeschlossen mit B.A. Seit 2019 Masterstudium an der HAWK, Hildesheim       Finalisten 2019   Die Objekte der folgenden 13 Bewerber sind in die Endauswahl gelangt: Junmin Bae, geb. 1985 in Seoul/Korea, lebt in Uijeongbu/Korea, SchmuckJonghwi Baek, geb. 1987 in Seoul/Korea, lebt in München, KeramikTimo Bee, geb. 1996 in Stroud/Großbritannien, lebt in Garmisch-Partenkirchen, HolzHye Young Choi, geb. in 1985 in Sokcho/Korea, lebt in Yongin/Korea, SchmuckEva Johanna Eichlinger, geb. 1998 in München, lebt in München, SchmuckSuska Jelizaveta, geb. 1989 in Bauska/Lettland, lebt in Mölndal/Schweden, SchmuckHee-ang Kim, geb. 1989 in Seoul/Korea, lebt in Seoul/Korea, SchmuckTriin Kukk, geb. 1990 in Estland, lebt in Tallinn/Estland, SchmuckMonika Martykánová, geb. 1994 in Opava/Tschechien, lebt in Prag/Tschechien, KeramikJuliana Naccarato, geb. 1995 in Toronto/Kanada, lebt in Halifax/Kanada, TextilJulia Obermaier, geb. 1989 in Landau an der Isar, lebt in Kempten, SchmuckJamila Wallentin, geb. 1991 in Saint-Dié-des-Vosges/Frankreich, lebt in Straßburg/Frankreich, SchmuckTheresa Wedemeyer, geb. 1990 in Vechta, lebt in Emstek, Buchgestaltung  -