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KUNST UND HANDWERK

ARTS AND CRAFTS

 

Peter Bauhuis

Hallimasch

Eröffnung: Donnerstag, 27. Februar 2014, 18.30 Uhr bis 20.30 Uhr

Dauer: 28. Februar bis 5. April 2014

Der Münchner Künstler zeigt seine neuesten Arbeiten und errichtet eine umfassende Werkschau, die in Anlehnung an die Wunderkammern vergangener Zeiten den Charakter einer altmodischen Museumsinstallation annimmt. Das erreicht er indem er die Präsentation seines Schmucks, seiner Gefäße und Objekte um Texte, Zeichnungen und Fundobjekte erweitert. Der ein unterirdisches Großnetzwerk bildende Pilz Hallimasch (Armillaria Mellea), von dem nur die weit voneinander entfernten Fruchtkörper sichtbar sind, bietet die namensgebende Analogie zur Arbeitsweise des Künstlers. In Verbindungen mit der Präsentation archäologischer, biologischer und mathematischer Forschungsergebnisse wird eine sehr diverse künstlerische Produktion sichtbar, die einem Hallimasch gleich, zu einem weitverzweigten Organismus herangewachsen ist, in dessen Zentrum Peter Bauhuis steht.

Der Künstler Peter Bauhuis lotet seit vielen Jahren schon die Grenzen des Metallgusses aus. Das Experiment mit dem Prozess des Gießens und Verschmelzens von Metallen prägt seine Arbeit. Die Schmuckstücke und Gefäßobjekte entstehen im Spiel der Oxidationen von Gold, Silber und Kupfer und führen zu unerwarteten Farben von mattem Weiß und schwachem Grüngelb bis zu tiefem Orange und Dunkelrot, die sich zu vermischen scheinen. Vermeintliche Gussfehler wie feine Linien oder Risse und die Notwendigkeiten des Gussverfahrens, die Angusskanäle, werden auf unnachahmliche Weise in die Form der Objekte integriert. Daraus ergibt sich eine für Metall und seine Materialität unglaubliche Leichtigkeit, die an feinste Keramik denken lässt. Das von Peter Bauhuis eingesetzte Wachsausschmelzverfahren eröffnet ihm eine unendliche Vielfalt von Möglichkeiten, scheinbar einfachste Formen immer wieder neu zu erfinden. „Simultanea“ ist der Titel einer Reihe aktueller, gleichzeitig aus mehreren Metallen gegossener Gefäßarbeiten und steht auch für die Vorgehensweise des Künstlers, die Themen Schmuck und Gefäß. Eine neue gestalterische und technische Dimension erreichte Bauhuis in sehr großen simultan gegossenen Gefäßen, für die er 2011 den Bayerischen Staatspreis erhielt und 2013 die Silbertriennale gewann.

Ungesehen bleibt das unterirdische Pilzgeflecht des Hallimasch, ein sich immer weiter verzweigendes Rhizom. Sichtbar sind nur die Fruchtkörper, büschelig sprießen sie an Bäumen, Wurzeln und Strünken und leuchten dank eines Enzyms, dem Luziferin sogar im Dunkeln. In vermeintlich unzusammenhängende Gruppen von Arbeiten sprießen die Erfindungen des Peter Bauhuis, die auch eine diabolische Freude an Spiel und Ironie erkennen lassen in dieser großartigen Ausstellung, die der Bayerische Kunstgewerbe-Verein dem Künstler ausrichtet. Nicht jeder Betrachter weiß, dass alles, und wie alles miteinander verbunden ist.

 

Einladungskarte

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