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KUNST UND HANDWERK

ARTS AND CRAFTS

 

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Lust auf Hut!

Hüte rund um die Uhr

Eröffnung: Donnerstag, 18. April 2013, 18.30 bis 20.30 Uhr

Dauer: 19.04. – 01.06.2013

Hüte faszinieren – auch wenn heute nicht mehr so oft Hut getragen wird. Das war bis zu Beginn der 1960er Jahre anders. Zur kompletten Ausgehgarderobe gehörte unbedingt ein Hut. Ohne Kopfbedeckung wären weder Er noch Sie korrekt angezogen gewesen. Zu welchem Anlass oder zu welcher Garderobe ein bestimmter Hut angemessen war, darüber gaben zahlreiche Ratgeber und Benimmbücher Auskunft. Verbindlich war, dass Hut getragen wurde.

Hüte senden Signale und Botschaften aus: Was ein Mensch auf den Kopf setzt, zeigt uns, was er denkt, woran er glaubt, was er macht. Man möchte fast sagen: Hut und Helm sieht man an, was der Kopf darunter darf und kann. Oder anders ausgedrückt: Zeig mir Deinen Hut und ich sage Dir, wer Du bist. Für kaum ein Kleidungsstück stimmt das so sehr wie für Kopfbedeckungen. So ist der Hut weit mehr als ein modisches Beiwerk. Er komplettiert die Garderobe, ist aber zudem ein bedeutungsvolles Accessoire, aufgeladen mit einer eigenen Symbolik und Aussagekraft. Ob es um soziale Unterschiede oder um das Spiel der Geschlechter geht, um Zugehörigkeiten zu Berufsständen oder zu unterschiedlichen Jugendszenen – immer wieder sind es Kopfbedeckungen, die unmissverständlich Zeichen setzen. Dabei kommt es nicht nur auf den Hut selbst an, sondern auch auf die Art, wie er getragen wird, ob keck, verwegen oder steif und bieder. Hüte dienen aber nicht nur als Schmuck, sondern auch als Schutz für einen der empfindlichsten Teile unseres Körpers: den Kopf.

Es ist ein Privileg unserer Zeit, uns kleiden zu dürfen, wie es uns beliebt. Das war nicht immer so. Bis ins späte
18. Jahrhundert existierten Kleiderordnungen, die der Wahrung der gesellschaftlichen Hierarchien dienten, Standesunterschiede sichtbar werden ließen, aber auch die einheimische Produktion stärken sollten. Festgelegt waren Form und Aussehen der Kleidung, aber auch die Auswahl der Stoffe. Gleiches galt für die Kopfbe-deckungen, die als Zeichen von Rang und Stand kaum variierbar waren. Die eigentliche Modegeschichte der Hüte beginnt erst im ausgehenden 18. Jahrhunderts mit der Auflösung der alten ständischen Kleiderordnungen. Eine abwechslungsreiche und bewegte Hutgeschichte konnte beginnen. Die Auswahl der Kleidung und Hüte richtet sich seither nicht mehr nach dem Stand, sondern nach dem Anlass. Klassiker entstanden: Der Zylinder für den Herrn, der lange Zeit ein Zeichen von Freiheit und Unabhängigkeit war. Oder der Strohhut, einst Schutz der Erntearbeiter, entwickelte sich bald zu dem Sommerhut schlechthin. Mit ihm verbinden sich auch heute noch die Sehnsucht nach Strand, Sonne und Meer. Mit den Jahren um 1968 begann der Hut ein Symbol der biederen und altmodischen Zeit zu werden. Zudem änderte sich der Lebensstil, vor allem vieler Frauen. Das Tragen von Hüten ging in vielen Lebensbereichen zurück.

Heute sind Hüte Ausdruck und Zeichen von Individualität. Mit ihnen suchen wir den Weg aus der Alltäglichkeit und demonstrieren das Bedürfnis, sich mit der eigenen Persönlichkeit auseinanderzusetzen und diese selbst zu definieren. Kopfbedeckungen sind Zeichen von Zeitgeist und Lebensgefühl, denen sich Hut-Schöpfer und Hut-Träger gleichermaßen stellen müssen. Die Ausstellung „Lust auf Hut! Hüte rund um die Uhr“ zeigt, dass es sie noch gibt: Hüte und Kopfbedeckungen für zahlreiche Anlässe in unzähligen Variationen. Dies verdeutlichen acht Themenstationen mit 125 Hüten und Kopfbedeckungen. Von „Ausgeschlafen“ über „Aus dem Haus“ zu „Meeting“, „Feier“, „Latte Macchiato“, „Dinner“, „Oper“ bis hin zum „Clubbesuch“.

Viele wissen es, München kann auf eine große Huttradition zurückblicken. Gerade in den letzten zwanzig Jahren haben junge und kreative Modistinnen die Hutszene neu belebt. Vier von ihnen sind in dieser Ausstellung vertreten: Die Hutwerkstatt Eisenblätter und Triska, Daphne van der Grinten, Christine Halbig und Heike Thamm. Die fünfte Ausstellerin, Sabine Combé, betreibt ihr Atelier in Denzlingen bei Freiburg im Breisgau. Alle Hüte werden auch heute noch mit großer handwerklicher Sorgfalt aus ausgewählten Materialien gefertigt. Die so entstandenen Kreationen zeichnen sich durch ihr einzigartiges zeitgemäßes Design aus. Hüte müssen getragen werden, unter diesem Motto veranstalten wir Hutproben mit den Ausstellerinnen.

 

Einladungskarte

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