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KUNST UND HANDWERK

ARTS AND CRAFTS

 

Jewels by Norman Weber

NOW

Eröffnung: Donnerstag, 24. Februar 2011, 18.30 bis 20.30 Uhr

Dauer: 25.02. – 09.04.2011

Kein Sohn der Stadt, aber mit ihr aufs Engste verbunden. Schließlich hat in München die Laufbahn des Autors seinen Auftakt genommen. Für den international anerkannten Gold- und Silberschmied Norman Weber (Jahrgang 1964) bildet daher diese monographische Ausstellung im Bayerischen Kunstgewerbe-Verein – in dritter Etappe nach Hanau und Brescia – eine Art Heimspiel und doch ist es bislang die erste umfassende Präsentation seiner Arbeiten in München, nach seiner Beteiligung an „Des Wahnsinns fette Beute“ in der Pinakothek der Moderne im Jahre 2008.

Als Absolvent der Akademie der Bildenden Künste in München, aus den „Schulen“ von Hermann Jünger und Otto Künzli hervorgegangen, mit Zweitstudium bei Horst Sauerbruch, nach vorheriger Ausbildung zum Gold- und Silberschmied sowie Gesellenprüfung, besitzt Weber ein wahrhaft solides Fundament, das ihm erlaubt, seine Mittel in gewagtem und provokantem Spiel einzusetzen. Das Ergebnis: hinreißende, unterhaltsame, verführerische, zuweilen boshafte und oft ironische Persiflagen klassischer Schmuckkonzepte, die Weber mit leichter Hand verwandelt und neu interpretiert. Die Faszination am Schmuck wurde ihm bereits in der Kindheit (geboren in Schwäbisch Gmünd) übermittelt, und früh interessiert sich der Autor für die kostbaren Schätze der Familie, für Wirkung und Symbolkraft der Materie. Er liebt die Inszenierung, das Schauspiel und die Entlarvung verborgener Gelüste und Projektionen, die sich in der Schmuckform und in der Schmuckhaltung manifestieren. Weber schöpft aus Erinnerung und Beobachtung, aus einem persönlichen Archiv gesammelter Eindrücke, zusätzlich inspiriert aus Film und sozio-kultureller Literatur. Fotografische und zeichnerische Vorlagen, digitale Entwicklung der plastischen Idee, komplexe konstruktive Aspekte, farbliche Gestaltung – auf diesen Pfeilern errichtet der Autor seinen individuellen Schmuckkosmos.

Alles begann mit witzigen, teils frivolen, teils erotisch anmutenden Gebilden Anfang der neunziger Jahre – namentlich „Salubre“, „Puzzi“, „Rosentau“, „Tumbtum“, „Diwuss“ oder „Super-Pearls“. Nicht zufällig schreibt er: ... Schmuck ist spannend, sobald er eine Utopie entwirft.“ Diese Utopie wird mit seinem Schmuck imaginiert. Spektakulär der Auftritt von Weber-Schmuck, der sich gleichwohl als technisch und kunsthandwerklich perfekt erweist. Bei aller Schrägheit und Wildheit dieser Werke – nichts bleibt dem Zufall überlassen, denn jedes Element besitzt eine „Räson“, einen ästhetischen und praktischen Wert. Weber arbeitet zyklisch. Werkgruppe reiht sich an Werkgruppe: „Juwelen“, „Schmuckhäuser“, „Glanzstücke“, „Klassiker“, „Haus und Garten“, „Private Mythen“, „Spiegel“, „Porträts“, „Schaustücke“ – um nur die quantitativ Umfangreichsten zu nennen. Systematisch lotet er die Möglichkeiten aus, verleiht seiner Vision schillernde Präsenz. Freude am Schmuck stellt mit Sicherheit das zentrale Motiv seiner künstlerischen Position dar. Weber hält uns in Atem, verblüfft selbst den versiertesten Schmuckfan, und überzeugt durch Ausdruckskraft und intelligentes Umkreisen seiner Themen.

1996 wurde Weber mit dem Debütantenpreis der Akademie und 1998 mit dem Förderpreis der Stadt München ausgezeichnet. Vorträge und Lehraufträge führten ihn an die Rietveld Academie, Amsterdam, an die Hochschule Wismar, an die Burg Giebichenstein, Hochschule für Kunst und Design Halle, an die Fachhochschule Hildesheim/Göttingen, die Hochschule für Gestaltung Pforzheim und andere. Gegenwärtig lehrt Weber an der Berufsfachschule Kaufbeuren/Neugablonz. Seine Werke befinden sich unter anderem in der permanenten Schmuckschau der Neuen Sammlung, Design in der Pinakothek der Moderne, im Museum of Art & Design New York, im Nationalmuseum Stockholm, im Schmuckmuseum Pforzheim, in der Sammlung des Deutschen Goldschmiedehauses in Hanau, sowie zahlreichen privaten Sammlungen.

Dr. Ellen Maurer-Zilioli
Kuratorin der Ausstellung

 

Einladungskarte

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