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KUNST UND HANDWERK

ARTS AND CRAFTS

 

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BKV-Preis 2018

Karin Roy Andersson(Schweden, Göteborg)

Begründung der Jury:

Geradezu magisch lenken die betörend schönen Schmuckstücke von Karen Roy Andersson die Blicke auf sich. Die Gebilde aus sich überlappenden Schuppen erinnern an Vogelschwingen, Fisch- oder Echsenhaut, an Baumborken oder Schieferlagen. Wie Schilde wölben sich die Broschen und Kettenglieder nach außen. Schützt sich nicht das Schuppentier, indem es sich in seinem Schuppenpanzer zusammenrollt? Werden tierische Schuppen nicht in vielen Kulturen als Talismane verwendet? Hatte Schmuck nicht auch einmal die Funktion, den Träger zu behüten und zu stärken? Anderssons Broschen und Ketten beflügeln die Fantasie. Sie sind überraschend leicht. Ihr Material gewinnt die Künstlerin u.a. aus Plastikschalen und Eimern der Lebensmittelindustrie. Die Sublimierung von Abfall macht Anderssons Serie zu einem nachdenklich zeitgenössischen Beitrag. Handwerklich beeindrucken die Stücke durch die saubere Fadenheftung der subtil bearbeiteten Schuppen und die elegant schlichte Anbringung der Metallverschlüsse.

Der BKV-Preis 2018 ist dotiert mit € 3.000,- und einem Katalog der Preisträger (dt./engl.), der in der Schriftenreihe des Bayerischen Kunstgewerbevereins erscheint. Außerdem beinhaltet der Preis eine für drei Jahre kostenlose Mitgliedschaft im Bayerischen Kunstgewerbeverein.

 

Karin Roy Andersson, geb. 1983 in Umeå/Schweden

2004-2007 Studium der Fachrichtung Schmuck an der University of Arts and Crafts and Design, Göteborg, Schweden, abgeschlossen mit B.A.
2007-2009 Studium an der University of Arts and Crafts and Design, Göteborg, abgeschlossen mit M.A.
2010 Assistentin bei Marc Monzó, Barcelona, Spanien
2010-2014 Mitarbeiterin bei Klimt02 Community, www.klimt02.net
Seit 2010 Gründerin und Managerin der Galerie Four, Göteborg, Schweden
Seit 2010 Zusammen mit Sanna Svedestedt Mitglied der Projektgruppe Diagonal Art Projects

2. Preis

Anne Deuter (Deutschland, Leipzig)

Begründung der Jury:

Anne Deuters Künstlerbücher ( 32 T….60 T aus dem Jahr 2017; Halbschatten 2015/16; Verräumte Erinnerungen 2015) berühren durch ihre konzentrierte, konzeptionelle Fügung. Eigene, knappe Texte über selbstbefindliche Wetterbeobachtungen oder Kindheitserinnerungen finden ihre Entsprechung in einer lakonischen Typographie, speziellen Papieren, graphischen Blindprägungen, raffinierten Faltungen, ausgefallenen Bindungen, schützenden Klappen, Banderolen oder Schubern. Jedes der handgroßen Kleinodien ist ein intimes, nach außen verschlossenes, poetisches Gesamtkunstwerk, das selbst im Aufblättern nicht jedes Geheimnis preisgibt.

Diese Auszeichnung ist dotiert mit € 2.000,- und einem Katalog der Preisträger (dt./engl.), der in der Schriftenreihe des Bayerischen Kunstgewerbevereins erscheint. Außerdem beinhaltet der Preis eine für drei Jahre kostenlose Mitgliedschaft im Bayerischen Kunstgewerbeverein

Anne Deuter, geb.1986 in Halle (Saale)

2005-2007 Hospitationen und Mitarbeit im Bereich Requisite, Bühnen-/ Kostümbild, Theatermalerei, Deutsches Nationaltheater Weimar Deutsches Theater, Deutsche Oper, und Maxim Gorki Theater Berlin
2007-2011 Studium der Bildenden Kunst und Kunstgeschichte, Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, abgeschlossen mit B.A.
2011-2015 Studium der Malerei / Grafik, Fachbereich Buchkunst an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, bei Prof. Sabine Golde, abgeschlossen mit Diplom
2013-2014 Auslandssemester, Ecole Nationale Supérieure des Arts Visuels de La Cambre, Brüssel, Belgien
Seit 2015 freischaffend

3. Preis

Jiye Yun (Deutschland, München)

Begründung der Jury:

Erfrischend frech wirken die kleinen Architektur-Capriccios von Jiye Yun. Die im Wesentlichen aus Holz, Kunststoff und Kitt gefertigten Broschen beziehen sich spielerisch, auf die Allgegenwart gefliester Flächen in Hausfluren, auf Treppen, in Küchen, Bädern und Kellern. Es reicht ein wenige Zentimeter messendes Bildkürzel um beim Betrachter einen Film alltäglicher Kachel-Räume ablaufen zu lassen. Der Kettenanhänger „Raum mit Treppe“ führt das Thema humoristisch in eine völlig absurde räumliche Situation, die farbig intelligent pointiert wird.

Diese Auszeichnung ist dotiert mit € 1.000,- und einem Katalog der Preisträger (dt./engl.), der in der Schriftenreihe des Bayerischen Kunstgewerbe-Vereins erscheint. Außerdem beinhaltet der Preis eine für drei Jahre kostenlose Mitgliedschaft im Bayerischen Kunstgewerbeverein.

Jiye Yun, geb.1988 in Chuncheon/Korea

2009-2010 Austauschstudentin am Nova Scotia College of Art and Design, Halifax, Canada
2012 Studium der Fachrichtung Schmuck und Gerät an der Graduate School of Kookmin University, Seoul, Korea, abgeschlossen mit B.F.A.
2014 Studium der Fachrichtung Schmuck und Gerät an der Kookmin University, Seoul, Korea, abgeschlossen mit M.F.A.
Seit 2016 Studium der Fachrichtung Goldschmiedekunst an der Akademie der Bildenden Künste München, bei Prof. Karen Pontoppidan

Belobigung

Gahee Song und Sophie Wolf (Korea, Seoul und Deutschland, Höhr-Grenzhausen)

Gahee Song - Begründung der Jury:

Die meisterlich aus Kupfer geschmiedeten Räuchergefäße überzeugen durch perfekte Oberflächen, eine ausgetüftelte Mechanik zum Einbringen des Räucherguts, fein detaillierte Rauchauslässe und last not least durch die liebevoll humorigen Tierformen. Barocken Tischaufsätzen nicht unähnlich, verschmelzen Bilder des Tierreichs zu fantastischen Grotesken. Wer hat schon mal einen fossilen Gliederfüßler mit streng gescheitelter Haartracht gesehen, an dessen Rückgrat sich auf gesamter Länge Rauch kräuselt?

Sophie Wolf - Begründung der Jury

Die Keramikerin Sophie Wolf formt mit ihren Händen tausende von geschwungenen Einzelelementen, die sie zu Streifen und Flächen fügt, aus denen sie verwinkelte oder ineinandergreifende, teils schwebende Architekturen schafft. Die raue, wellige Struktur lässt in einigen Partien eine lichtdurchlässige Bauweise zu. Teilweise entsteht der Eindruck von Schriftzeichen oder Geflechten. Dabei evozieren die Gebilde Geschichten von Burgruinen, Lehmarchitekturen des Sahel oder nomadischen Gehegen. Die Lebendigkeit der Serie „Spuren-Elemente“ verdankt sich nicht zuletzt der sichtbaren Gegenwart der künstlerisch formenden Hände.

Die beiden Belobigungen sind dotiert mit einem Katalog der Preisträger (dt./engl.), der in der Schriftenreihe des Bayerischen Kunstgewerbevereins erscheint.

Gahee Song, geb. 1984 in Daejeon/Korea

2017 Studium der Fachrichtung Schmuck und Gerät an der Graduate School of Kookmin University, Seoul, Korea, abgeschlossen mit M.F.A.

Sophie Wolf, geb. 1992 in Hahn am See

2011-2014 Berufsfachschule für Keramik, Landshut, Gesellenbrief als Keramikerin
2014-2017 Ausbildung zur staatlich geprüften Keramikerin an der Fachschule Keramik, Höhr-Grenzhausen

Finalisten 2018

Die Objekte der folgenden 15 Bewerber sind in die Endauswahl gelangt:

Sofia Bankeström, geb. 1986 in Göteborg/Schweden, lebt in Göteborg, Schmuck

Eva Burton, geb. 1984 in Buenos Aires/Argentinien, lebt in Idar-Oberstein, Schmuck und Gerät

Sébastien Carré, geb. 1989 in Meulan-en-Yvelines/Frankreich, lebt in Straßburg/Frankreich, Schmuck

Ying-Ting Chen, geb. 1985 in Taichung/Taiwan, lebt in Taichung, Textil

Liliana Merlin Frevel, geb. 1986 in La Línea de la Concepción/Spanien, lebt in Coburg, Produktdesign

Pia Groh, geb. 1989 in Wien/Österreich, lebt in Idar-Oberstein, Schmuck

Ann-Kathrin Hartel, geb. 1984 in Gießen, lebt in Nürnberg, Schmuck

Johannes Hasselmann, geb. 1984 in Offenburg, lebt in Hanau, Schmuck

Elisa Sophia Herrmann, geb. 1986 in Halle (Saale), lebt in Halle (Saale), Schmuck

Mari Iwamoto, geb. 1987 in Tokio/Japan, lebt in München, Schmuck

Cathleen Kämpfe, geb. 1989 in Halle (Saale), lebt in Hildesheim, Schmuck

Nadia Scheuren, geb. 1991 in Osnabrück, lebt in Hanau, Gerät

Lotte Schlör, geb. 1993 in München, lebt in Halle (Saale), Keramik

Esther Suárez Ruiz, geb. 1984 in Cali/Kolumbien, lebt in Pforzheim, Schmuck

Takayoshi Terajima, geb. 1986 in Chiba/Japan, lebt in München, Schmuck

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